Skateboarder

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Germany 2016/18 · Video Installation
HD-Video · Variable Settings

The multi-part video work Skateboarder shows shots of a skate park whose quite new-looking architecture is characterized by geometrically clear lines and surfaces. The surfaces of the structural elements, which are kept in different shades of gray, look even and clean from a distance. A closer look, however, clearly shows the traces left by rollers, wheels and tires, with which the users of the facility inscribed themselves into the surfaces. The resulting structures and patterns are reminiscent of abstract graphic drawings.

Instead of following the skateboarders, the video recordings show the same image sections for several minutes. The static video image becomes the stage on which the skaters come in sideways, on which they circulate and which they leave on another side.

In one video image, on the other hand, time seems to stand still. One skateboarder does not move, he stands on a sloping ramp frozen on the back wheels of his skateboard –  an endlessly stretched artistic balancing act that would only be possible for a few seconds in the athletic reality of skateboarding. Only on closer inspection does one recognize that it is a moving film image and not a still image, a still photograph – the skateboard shows minimal swaying movements and the rollers spin. In addition, every now and then, a skateboarder in the foreground drives through the picture – an irritating moment, since here apparently two elements come together in one picture, each of which seems to have its own, separately functioning level of time.

The various channels of the video work can be shown individually, as a 3-channel installation or in conjunction with other video images or films (for example Sense of Doubt in the Cuxhavener Kunstverein).

Die mehrteilige Videoarbeit Skateboarder zeigt Aufnahmen eines Skaterparks, dessen recht neu wirkende Architektur von geometrisch-klaren Linien und Flächen geprägt ist. Die in verschiedenen Grautönen gehaltenen Oberflächen der baulichen Elemente wirken von weitem gleichmäßig und clean. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch deutlich die Spuren, die Rollen, Räder und Reifen hinterlassen haben, mit denen sich die Benutzer der Anlage in die Oberflächen eingeschrieben haben. Die so entstandenen Strukturen und Muster erinnern dabei entfernt an abstrakte graphische Zeichnungen.

Statt den Skateboardern zu folgen, zeigen die Videoaufnahmen minutenlang unverändert die selben Bildausschnitte. Das statische Videobild wird so zur Bühne, auf die die Skater seitlich einfahren, auf der sie zirkulieren und die sie auf einer anderen Seite wieder verlassen. 

In einem Videobild hingegen scheint die Zeit still zu stehen. Ein Skateboardfahrer bewegt sich nicht von der Stelle, er steht auf einer schrägen Rampe wie eingefroren auf den Hinterrollen seines Skateboards – ein ins Endlose gedehnter artistischer Balanceakt, der in der sportlichen Wirklichkeit des Skateboardfahrens nur für wenige Sekunden möglich wäre. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich um eine bewegtes Filmbild und nicht um ein Standbild, eine unbewegte Fotografie handelt – das Skateboard zeigt minimal schwankende Bewegungen und die Rollen drehen sich. Zudem fährt ab und zu ein Skateboarder im Vordergrund durch das Bild – ein irritierender Moment, da sich hier offenbar zwei Elemente in einem Bild zusammenfinden, die jeweils ihre eigene, voneinander getrennt funktionierende Zeitebene zu haben scheinen. 

Die verschiedenen Bildspuren der Videoarbeit können einzeln, als 3-Kanal-Installation oder auch im Zusammenspiel mit anderen Videobildern oder Filmen (z.B. Sense of Doubt im Cuxhavener Kunstverein) gezeigt werden. 

© Martin Brand, VG Bild-Kunst, Bonn 2018